
Der Mensch im Mittelpunkt – dieser Leitsatz bildet die Grundlage der Architektur von Hugo Häring. Der Mensch solle sich nicht den Bauten unterordnen, sondern die Baukunst müsse sich nach den Bedürfnissen der Bewohner richten, so die Hugo-Häring-Gesellschaft. Man könnte also sagen, dass Hugo Häring der Ansicht war, dass Architektur aus dem alltäglichen Leben heraus entstehen muss, statt ästhetischen Idealen zu folgen.
Kunstlehrer Felix Krause griff diese Philosophie auf und stellte mit Schülerinnen und Schülern des Wieland-Gymnasiums die Ausstellung mit dem Titel „Menschengemacht“, im Hugo-Häring-Haus in Biberach, auf die Beine. Dabei stellte er die Frage, wie Landschaft entsteht und wie sie uns im Alltag begegnet. Während seiner Analyse stellte Felix Krause fest, dass Landschaft nicht zwingend naturgegeben sein muss. So kann sie auch dort entstehen, wo Menschen sie zu verordnen meinen.
Wenn man sich weiter mit dieser Fragestellung beschäftigt und dabei die ausgestellten Werke betrachtet, wird man zu der Erkenntnis kommen, dass die Auffassung darüber, was Landschaft ist, auch unter den Schülerinnen und Schülern auf verschiedene Weise zum Ausdruck kommt. Einige der ausgestellten Werke zeigen klassische Landschaftsmalerei in Acryl auf Leinwand, andere sind Fotografien, die in ihrer Stimmung an ein Gemälde von Jacob van Ruisdael erinnern. Den zunächst „klassisch“ erscheinenden Werken sind allerdings auch unkonventionelle Aufnahmen gegenübergestellt, beispielsweise eine Fotografie eines umgefallenen Einkaufswagens, der sich in seine Umgebung einfügt.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es sich bei dieser Ausstellung um eine akribische Studie darüber handelt, welchen Einfluss menschliches Handeln und Umweltfaktoren auf die Entstehung und Wahrnehmung von Landschaft haben. Die Schülerinnen und Schüler eruierten dabei, ob Landschaft ephemere oder perennierende Züge aufweist. Auf diese Frage fand jeder Künstler und jede Künstlerin seine bzw. ihre eigene individuelle Antwort in den Werken, ganz nach dem Motto von Hugo Häring, dass sich die Bauten – in diesem Fall die Kunstwerke – dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26.07.2026 im Hugo-Häring-Haus zu sehen. Ein besonderer Dank gilt Herrn Krause, der die Ausstellung organisierte, sowie seinen Kolleginnen, die ihn dabei tatkräftig unterstützten. Ein weiterer Dank gilt der Hugo-Häring-Gesellschaft, die das Hugo-Häring-Haus dafür zur Verfügung stellte.
Text: Alessandro Polzer / Bilder: Felix Krause![]()


























