Wieland-Gymnasium Biberach

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Literaturkurs tritt in Aktion

„Sichtlich interessiert“ oder: Warum sind Randgruppen Randgruppen?

Schreiben bedeutet, sich mit etwas auseinanderzusetzen. Einen solchen Anlass, sich mit Dingen auseinanderzusetzen hat Andreas Reiner mit seinem Fotoprojekt „sichtlichmensch – Menschen mit Behinderung fotografieren Menschen mit Behinderung“ gegeben, indem er genau das getan hat und in anderen Projekten konsequent tut: Er setzt sich auseinander mit Themen, die so simpel und eben möglicherweise genau daher so selten bedacht, im Falle von Menschen mit Behinderung sogar gerne verdrängt werden.

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Bildergalerie

Das Ergebnis dieser Aktion waren am Ende 80 großformatige, ausdruckstarke Schwarz-Weiß-Portraits, die inzwischen als Wanderausstellung durch Deutschland touren.

Dieses Projekt wirft die Frage auf: „Was hat das mit mir zu tun?“ und so haben die Schüler angeschaut, hinterfragt und befragt. Und zwar genau die drei großen Gruppen von Beteiligten, die für diese Ausstellungssituation relevant sind. Den Initiator Andreas Reiner, die Beteiligten  als Schaffende (die Fotografen und Models) und die Beteiligten als Personen, die  sich die Ausstellung angeschaut haben. Sich selbst.

Entstanden sind vielfältige Texte, die zeigen, auf welche Art und vor allem dass Jugendliche sich mit Interesse mit Themen auseinandersetzen, die auch sie zunächst einmal nur „am Rande“ zu berühren scheint. Sprache haben die Schülerinnen und Schüler dabei erfahren. Sowohl als Werkzeug, als auch als Zugangsmedium, um ein Thema zu einem der ihren zu machen. Sie haben diese Thematik be-schrieben.

Dass Auseinandersetzung jedoch nicht etwa mit Absetzen des Stiftes, beziehungsweise bei Kontaktverlust mit der Tastatur aufhört, zeigt sich an einem weiteren Projekt, bei welchem die Jugendlichen gezeigt haben, dass Interesse weiter gehen kann und im Grunde eine Auseinandersetzung im Sinne einer immer wiederkehrenden, prozesshaften Begegnung darstellt. Begleitet von einem Fernsehteam des ZDF haben sich die Schüler auf eine Begegnung in einem etwas größeren Rahmen eingelassen. Am Freitag den 18.02. kamen im Agenturhaus Biberach die vorhin genannten Beteiligten zusammen. Es wurde gesprochen, diskutiert aber auch gelacht und gealbert. Zur Sprache kam dabei unter anderem die jeweilige Sichtweise auf einander. Diese Sichtweise wurde nachher sogar in einem Foto-shooting  aufgegriffen, indem man sich gegenseitig fotografierte. Ein Endpunkt oder gar die Antwort auf diverse Fragen wie Ausgrenzung oder Schubladendenken kann und soll eine solche Begegnung nicht darstellen. Viel wichtiger ist diese Situation durch die Tatsache, dass sie den Rahmen geboten hat, sich zu begegnen. Eine Situation, die nicht selbstverständlich und täglich stattfindet. Schon alleine durch die Tatsache, dass es sich bei Menschen mit Behinderung um eine Randgruppe handelt, die oft eben ganz wörtlich am Rande des Erlebens von vielen ein eben nicht völlig integriertes Leben führt. Dieser Dialog, diese Begegnung, war eine spannende und wirklich schöne Erfahrung für beide Seiten. Sie sollte Beispiel, sollte Möglichkeit, sollte Anstoß sein.

Informationen über das Projekt, sowie die Texte der Schüler können unter www.projekt-sichtlichmensch.de abgerufen werden.

 

Dokumentiert wurden die Begegnung auch im Bild durch Andreas Reiner. Auf seiner Homepage können diese Fotos ebenfalls eingesehen werden.

  • Am 2010-01-31 um 15:00:41 von MAIE geändert.
  • Am 2009-09-25 um 16:50:09 von MAIE geändert.
  • Am 2009-03-26 um 00:05:42 von LIPP geändert.